Weimar
Weimar, das geweihte Moor
WEIMAR, die kleinste deutsche Kulturmetropole,
wahlweise auch genannt:
„die Stadt, die eigentlich ein Park ist",
„die Stadt, die eigentlich ein Museum ist"
oder pathetisch: „Herz deutscher Kultur".
Durch den Zustrom von Musikern, Künstlern und Kulturschaffen- den zumindest ein lebhaftes Museum, liegt die Stadt mit einem Spektrum von experimentellem Projekt-bis deutschem National-
theater, vom jährlichen Yiddish Summer zu Spiegelzelt und Kunstfest, vom Autonomen Cultur Centrum zum heiligen Gral der Deutschen Klassik, dem Goethehaus, vom Lichthaus-Kino und temporären studentischen Ausstellungsflächen zu Bauhaus-
Avantgarde, Nietzsche und weltbekannter Anna-Amalia-
Bibliothek zwischen allen Klischees.
Für ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren ist das Umland das pure Idyll: Landschaftsparks, Schlösser und Anlaufpunkte aus Kultur und Geschichte in allen Himmelsrichtungen.
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Viele Menschen kommen nach Weimar da es ja besonders durch das kulturelle Erbe in der ganzen Welt bekannt ist. Dazu gehören neben der dominierenden Weimarer Klassik um Wieland, Herder, Goethe und Schiller auch das Bauhaus und die Gründung der ersten Republik auf deutschem Boden, die Weimarer Republik (1919).
Ich glaube wer am Bahnhof aus dem Zug aussteigt und hinunter läuft in die Altstadt, wird zunächst eher den Eindruck einer kleinen, ruhigen Stadt bekommen, als den Geist eines bewegten und bewegenden Ortes zu verspüren. Alles sieht sehr hübsch und nett aus, sehr sauber, gepflegt und aufgeräumt. Die Menschen sind zurückhaltend freundlich, beachten einen aber kaum wenn man nicht selbst auf sie zugeht. Auf dem Theaterplatz tummeln sich, zumindest bei gutem Wetter, meist ergraute Touristengruppen und wer in Weimar irgendwann eine Art Alltag hat, ist es bald müde Rücksicht zu nehmen auf die, die das Goethe-und-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen National Theater fotografieren, irgendwann wartet man nicht und duckt sich auch nicht mehr um nicht ins Bild zu laufen. Solches und Ähnliches scheint vielleicht auf den ersten Blick Weimar zu sein, eine kleine nette Touristenstadt die weniger aufregend ist und vielleicht eher zu Bildungszwecken besucht werden kann. Wer genug Offenheit und Feingefühl mitbringt wird sie aber ganz sicherlich finden, die außergewöhnlichen Menschen, die Begeisterten die einmal nach Weimar gekommen sind um sich an der Atmosphäre zu nähren, die angezogen wurden durch den weitreichenden Geist dieser Stadt. Hat nicht allein der Name Weimar, was aus den altgermanischen Worten wih für heilig bzw. geweiht und dem althochdeutschen mar für See, Sumpf oder Moor abgeleitet wird, schon so einen mystischen Anhauch? Das KZ-Buchenwald-Denkmal auf dem höchsten thüringischen Berg, dem Ettersberg, ist von vielen Standpunkten aus in Weimar zu sehen, ein subtiles Mahnmal das über die Stadt wacht.
Hier und da stille Überbleibsel aus ostdeutschen Zeiten, viele Häuser werden noch mit Kohle geheizt, unsanierte Altbauten und renovierte wechseln sich ab, klare, gerade Straßen verzweigen sich mit unwegsamen Gässchen.
Seit dem 1. Mai 2004 ist die Stadt Weimar offizielle Trägerin des Beinamens „Universitätsstadt" und die 5500 Studenten tragen sicherlich zu der musischen Lebendigkeit der Stadt bei. An der Bauhaus-Universität werden künstlerisch-kulturelle und gestalterische Studiengänge angeboten und die Franz-Liszt Musikhochschule bereichert durch das musikalische Angebot. Nahezu jeden Abend findet irgendwo eine Studentenparty statt, wer Anschluss sucht sollte donnerstags in die Musikkneipe „Zum Falken" (Trierer Str. 7, www.zumfalken.de) gehen, relativ verlässlich ist Bude ab 23 Uhr langsam voll und meist gibt es Live Musik, von lokalen Bands, manchmal auch aus Vancouver, New York usw. und 25 Sorten Bier für günstiges Geld.
Ein anderer interessanter Ort ist das E-Werk (www.strassenbahndepot.de), das ehemalige Elektrizitätswerk ist ein vielseitiger Veranstaltungsort, mit einem Angebot von gut besuchten Parties bis Kino und Theater. ACC/Gas-WERK?
Viele Menschen sind aber nicht allein durch das kulturelle Futter und das unterhaltsame Angebot Weimars angezogen, man hört oft von Menschen die aus irgendeinem Gefühl heraus wissen, dass sie sich gerade an diesem Ort aufhalten müssen. Vor allem im Winter, wenn die Touristenwogen etwas abebben. Das Hababusch scheint ein verstecktes Zentrum für außergewöhnliche Menschen mit ganz eigenen und unkonventionellen Lebensphilosophien zu sein. Hier treffen sich Welten, Religionen, Kulturen oder einfach nur Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen, wo beim Abendessen am großen Tisch ein echter kultureller Austausch stattfindet. Die Atmosphäre im Hababusch ist schwer zu beschreiben da sie ganz besonders ist und sich irgendwie auch ständig wandelt je nachdem wer da ist.
Jedenfalls sind alle willkommen Weimar und das Hababusch selbst zu erfahren!
Veranstaltungen 2010
19.03. 19 Uhr Filmkonzert der Staatskapelle Weimar, DEutsches Nationaltheater eimar
26.03.-18.04. Thüringer Bach Festival Thüringer Bach Wochen
06.05.-20.06. Köstritzer Spiegelzelt
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